Die Bundesbank zu Gast in Losheim

Expertenvortrag an der PDG Losheim zum Thema„Staatsschuldenkrise – Ursachen und Folgen“

Auf dem Politiklehrplan der Klassenstufe 13 stehen neben rein politischen Themen auch komplexe wirtschaftspolitische Themen wie beispielsweise die Staatsschuldenkrise. Um solch ein Thema zu vertiefen, bot es sich an, eine Expertin an unsere Schule einzuladen – hierzu konnte Frau Gabriele Kuhnvon der Deutschen Bundesbank gewonnen werden, um dieses Thema am 10. Dezember 2019 gemeinsam mit Oberstufenschülern zu erörtern.

Nach einer kurzen Vorstellung der Referentin wurden zunächst einmal die Aufgaben der Deutschen Bundesbank dargestellt. Hierbei wurde klar, dass sie keine normale Geschäftsbank ist, die das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgt, sondern andere Aufgaben hat: sie ist die ‚Bank der Banken’, übernimmt die Kontoführung für den Bund, ist für die Ausgabe der Banknoten zuständig und wirkt bei der Geldpolitik mit. Die beiden 13er Politikkurse von Herrn Jonas erfuhren so, dass die saarländische Zweigstelle in Saarbrücken beispielsweise dafür zuständig ist, das im Umlauf befindliche Bargeld auf Fehler zu prüfen und falls ein Defekt an den Geldscheinen vorliegt, diese gegebenenfalls durch neue Banknoten zu ersetzen. Das fehlerhafte Geld wird dann noch vor Ort vernichtet.

Anschließend ging Frau Kuhns Vortrag auf das eigentliche Thema, die Staatsschuldenkrise, über. Die Schülerinnen und Schüler lernten hierbei Begriffe wie „Subprime-Kredit“ oder „Ninja-Kredit“ sowie die Rolle der Rating-Agenturen kennen. Mit der Insolvenz der Investmentbank „Lehman Brothers“ in den USA kam ein Misstrauen unter den Finanzinstituten auf, was vor rund zehn Jahren dazu führte, dass sich die Banken untereinander kein Geld mehr liehen. Ausgehend von dieser Krise in den USA kam es in der Folge in Europa zu einer Wirtschaftskrise, wasanhand diverser Statistiken verdeutlicht wurde.

So startete die Bundesregierung ein Konjunkturprogramm, das vor allem durch die sogenannte „Abwrackprämie“ auf Autos in Erinnerung blieb. Damals sollte die Konjunktur dadurch angekurbelt werden, dass man für sein altes Auto eine Prämie bekam, wenn man sich im Gegenzug ein neues bzw. gebrauchtes Auto dafür kaufte.

„Too big to fail“ war in dieser Zeit ein geflügeltes Wort, das den Glauben widerspiegelte, dass manche Finanzinstitute einfach zu groß seien, um sie zerbrechen zu lassen und der Staat hierbei intervenieren müsse. Frau Kuhn erläuterte den Schülerinnen und Schülern anschließend die Ursachen und Auswirkungen der Staatsschuldenkrise in Europa und machte deutlich, mit welchen großen Summen Banken, aber auch verschuldeten Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien oder Irland geholfen werden musste.

Abschließend wurden die gelernten Inhalte mittels eines Multiple-Choice-Tests überprüft. Die besten drei Schülerinnen und Schüler gewannen dabei Sonderprägungen diverser Euromünzen. Hierbei wurde schnell klar, dass die Schüler viel gelernt hatten, sodass die Gewinner über eine Schätzfrage ermittelt werden mussten! Jeder Schüler bekam zum Abschluss ein Päckchen mit 5.000 Euro – jedoch nicht in ganzen Scheinen, sondern leider nur in geschredderten Euroscheinen!